Verstehen
was
wichtig ist

Glossar

Aktionspotential (AP)

Kurz AP, auch: elektrische Erregung. Eine stufenartige Veränderung des Membranpotentials, ungefähr um 100 mV Amplitude. Aktionspotentiale ermöglichen schnelle Signalleitung zwischen Nervenzellen und von Nervenzellen zu Muskeln.

Anästhesie

Zustand der Empfindungslosigkeit und Bewusstlosigkeit, herbeigeführt vor einem operativen Eingriff.

Aneurysma

Hier: ein Gehirnaneurysma. Anormale Erweiterung des Querschnitts (Dehnung der Wände) von Blutgefäßen, die das Gehirn mit Blut versorgen. Mit der Zeit kann ein Aneurysma zur Aussackungder Gefäßwand und letztendlich zum Riss führen.

Anfall

Unkontrollierte elektrische Aktivität im Gehirn, die unter Umständen körperliche Zuckungen, geringfügige körperliche Zeichen, Denkstörungen oder eine Kombination derartiger Symptome bis zur Bewußtlosigkeit verursachen kann.

Anterior

Vorn liegend, das Gegenteil von posterior. Beim Kopf ist das Gesicht anterior.

Aphasie

Störung der Sprache aufgrund einer Läsion im Gehirn, ohne eine gleichzeitig auftretende Störung der elementaren Sinneswahrnehmung und Motorfunktionen.

Arteriovenöse Malformation (AVM)

Ansammlung von Blutgefäßen im Gehirn mit anormalen Verknüpfungen. Mit erhöhtem Risiko einer Hirnblutung oder eines Anfalls verbunden.

Ausrichtung

Die Erstellung einer räumlichen Übereinstimmung zwischen dem Kopf des Patienten und den Daten der MRT.

Axialebene

Auch: Transversalebene. Teilt das Gehirn in obere (kraniale) und untere (kaudale) Hälfte.

Axon

Ein faserartiger Nervenzellfortsatz, mit dem die Zelle Informationen an andere Zellen sendet.

Benigne

Auch: gutartig. Dieser Begriff beschreibt einen Tumor, der nicht in das umgebende Gewebe eindringt, sondern es verdrängt und autonom wächst. Gutartige Tumore im Gehirn können jedoch trotzdem gefährlich sein, wenn sie empfindliche Strukturen im starren Schädel zusammendrücken.

Biopsie

Entnahme von Gewebeproben zu Untersuchungszwecken.

Blut-Hirn-Schranke

Barriere zwischen dem Blut und der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit, die normalerweise verhindert, dass fremde Substanzen wie z.B. die meisten Arzneimittel, vom Blutkreislauf ins Gehirn gelangen.

BOLD-Kontrast

Als BOLD-Kontrast (von englisch blood oxygenation level dependent, also „abhängig vom Blutsauerstoffgehalt") bezeichnet man ein durch MR erzeugtes Signal, das die Sauerstoffversorgung des Gehirns zeigt. Das BOLD-Kontrast Signal ist die Basis der funktionellen Magnetresonanztomographie.

Broca-Areal

Der zentrale Bereich für die Sprachproduktion, im Frontallappen gelegen, normalerweise in der linken Gehirnhälfte. Das Broca-Areal ist zuständig für die Wortbildung, Lautbildung, Syntax-Verständnis und das Arbeitsgedächtnis.

Brodmann-Areal

Der deutsche Arzt Korbinian Brodmann (1868-1918) teilte die Großhirnrinde in 44 eigenständige Felder ein. Dieses System wird noch heute von Neurochirurgen benutzt und beschreibt die Lage im Gehirn.

Computertomographie

Computergestützte Tomographie. Eine Serie von Röntgenbildern von verschiedenen Ebenen des Gehirns. (Die Tomographie ist eine Technik, die Röntgenstrahlen benutzt, um ein Schnittbilddurch den Körper zu erstellen).

Corpus callosum

Auch: Balken. Groβe Bündel von Axonen, die die beiden Hemisphären des Gehirns verbinden. Der Balken verteilt Informationen von der Groβhirnrinde auf der einen Seite des Gehirns auf die entsprechenden Bereiche der anderen Seite.

Cortex

Auch: Kortex. Die oberste Gewebeschicht im Gehirn, mit vielen Windungen (Gyri) und Furchen (Sulci). Der Cortex umfasst Nervenzellen und Nervenbahnen, die miteinander verbunden sind. Der Cortex ist zuständig für die eloquenten Funktionen des Denkens, der Wahrnehmung und des Gedächtnis. Auβerdem ermöglicht er motorische Funktionen, soziale Fähigkeiten, Sprache und Problemlösungskompetenz.

Cranium

Schädel.

Dendrit

Ein verzweigter Fortsatz des Nervenzellkörpers, der Informationen von anderen Nervenzellen empfängt.

Diffusions-Tensor-Bildgebung (DTI)

Eine auf MR basierende Bildgebungs-Technik, die die Diffusion von Wassermolekülen verfolgt, um die wesentlichen Nervenbahnen des Gehirns aufzuzeichnen. Auch Traktografie genannt.

Direkte kortikale Stimulation

Stimulation des Gehirns über eine elektrische Sonde, die auf die Oberfläche des Gehirns platziert wird. Auch: Elektrokortikogramm.

Dorsal

Hinter etwas gelegen (Richtung Rücken).

Dura

Die äuβere Hirnhaut, die das Gehirn und das Rückenmark umgibt. Kurz für Dura mater.

Dystonie

Teil einer Gruppe von Bewegungsstörungen, die sich im Allgemeinen durch ungewollte Muskelkontraktionen auszeichnen. Diese zwingen den Körper in anormale, manchmal schmerzhafte Bewegungen und Stellungen.

Einzelphotonen-Emissionscomputertomographie

Die Einzelphotonen-Emissionscomputertomographie (kurz SPECT, von englisch Single Photon Emission Computed Tomography) ist ein Verfahren der Nuklearmedizin, bei dem eine Gammakamera um den Körper des Patienten rotiert und Bilder aus vielen verschiedenen Perspektiven aufnimmt. Diese Bilder werden dann per Computer zu einem einzigen Bild zusammengefügt.

Elektrisches Feld

Bei der NBS Untersuchung wird durch einen kurzen, starken Stromfluss in der TMS-Spule ein fokussiertes magnetisches Feld erzeugt. Das magnetische Feld erzeugt wiederum ein elektrisches Feld in einem darunter liegenden, leitfähigen Medium, wie z.B. dem Kortex.

Elektrode

Hier: Ein haftendes Metallplättchen mit einer leitenden Paste, das Signale durch die Haut empfangen kann. Bei NBS im Gebrauch, um die elektrische Aktivität der Muskeln aufzuzeichnen.

Elektroenzephalografie (EEG)

Eine Aufzeichnung der zusammengefassten elektrischen Gehirnaktivität durch auf dem Schädel angebrachte Elektroden.

Elektromyografie (EMG)

Eine Methode, mit Elektroden den in Muskeln erzeugten elektrischen Strom aufzuzeichnen.

Eloquent

Bei NBS bezieht sich dieser Begriff auf verschiedene Areale des Gehirns. Im Besonderen bezeichnet es die Teile des Gehirns, die einem Individuum erlauben, mit anderen zu kommunizieren und über Sinneswahrnehmung, Bewegung, Sprache und Gedächtnis in der Welt zu wirken. Es handelt sich um den bewußt funktionellen, reaktionsfähigen Teil des Gehirns.

Epilepsie

Eine Funktionsstörung der elektrischen Gehirnaktivität. Anormale elektrische Impulse lösen kurzzeitige Veränderungen in Bewegung, Verhalten, Sinneswahrnehmung und Bewusstsein aus. Diese Unterbrechungen, als Anfälle bezeichnet, können von ein paar Sekunden bis zu mehreren Minuten andauern. Wenn eine Person zwei oder mehr Anfälle gehabt hat, spricht man von Epilepsie.

Epilepsiechirurgie

Ein Eingriff zur Vermeidung zukünftiger Anfälle, indem man das anfallsauslösende Hirngebiet (auch: epileptogenes Areal) entfernt.

Evozierte Potentiale

Elektrische Signale des Gehirns, die als Reaktion auf einen Stimulus, wie z.B. einen TMS Impuls, aufgezeichnet werden können.

Fissur

Auch: Spalte. Ein tiefer Sulcus im Cortex.

Frontalebene

Auch: Koronarebene. Diese Ebene teilt das Gehirn in vordere (ventrale) und hintere (dorsale) Hälfte.

Frontallappen

Einer der vier Teile (neben Parietallappen, Temporallappen, Occipitallappen) der jeweiligen Hemisphäre desGroßhirns. Der vorderste Teil des Großhirns (vor der Zentralfurche). Der Frontallappen ist beteiligt an logischen Denken, Bewegung, Problemlösung und Planung sowie Koordination von Verhalten.

Funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRI)

Eine Technik zur Aufzeichnung von Gehirnaktivität mit Hilfe von magnetischen Feldern. Über den BOLD-Kontrast nutzt die fMRT die Tatsache, dass Desoxyhämoglobin ein anderes magnetisches Profil als Oxyhämoglobin hat. Desoxyhämoglobin konzentriert sich in den Bereichen mit hohem Zellstoffwechsel, was einer hohen zellularen Aktivität entspricht. Indem man eine Person auf verschiedene Stimulatoren wie Klang, Bilder oder sanfte Berührung reagieren lässt, kann die fMRT Aktivierungs-Karten produzieren, die zeigen, welche Bereiche des Gehirns an dem jeweiligen Prozess beteiligt sind.

Gehirn

Der Teil des Zentralnervensystems, der sich innerhalb der Schädelhöhle befindet.

Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit

Auch Liquor cerebrospinalis. Flüssigkeit, die das Gehirn und das Rückenmark umgibt und die Nerven mit Nährstoffen versorgt.

Gliazellen

Gehirnzellen, die die Nervenzellen strukturell stützen, reparieren und das biochemische Gleichgewicht im Gehirn regulieren.

Glioblastom

Ein schnell wachsender Tumor, der aus primitiven Gliazellen besteht, hauptsächlich von Astrozyten ausgehend.

Gliom

Eine häufige Art von Hirntumor, die von Gliazellen ausgeht.

Gray (Gy)

Die Einheit zum Messen einer Strahlungsdosis.

Gyrus

Aus der Hirnmasse hervortretende Gehirnwindung.

Gyrus angularis

Ein Teil des Temporallappens. An Funktionen wie der Sprachverarbeitung beteiligt, sowie dem Integrieren von Information über Buchstabenform, Worterkennung, Bedeutung und Klang. Er verbindet den Occipitallappen mit dem Wernicke-Zentrum.

Gyrus cinguli

Teil des limbischen Systems, einer kortikalen Struktur direkt über dem Corpus callosum am Mittelteil beider Hemisphären. Zuständig für Gefühle und Aufmerksamkeit.

Gyrus praecentralis

Lage des primären Motorkortex.

Handknauf

Eine hervortretende, omega-förmige Struktur des Gyrus praezentralis, die häufig in der MRT zu erkennen ist. Bei einer gesunden Person liegt hier das Bewegungszentrum für die Hand.

Hemisphäre

Die Gehirnfunktionen sind in zwei klar abgegrenzten Hirnhälften (Hemisphären) angesiedelt, der rechten und der linken. Sie werden von einer Falte getrennt, die sich von vorne bis hinten erstreckt. Die zwei Hemisphären sind an der Basis durch ein Nervenbündel namens Corpus Callosum verbunden.

Hirntumor

Eine Raumforderung im Gewebe des Gehirns, gutartig oder bösartig.

Iktal

Bezeichnet den physiologischen Zustand oder das Ereignis eines Anfalls.

Infarkt

Gewebeuntergang aufgrund von Sauerstoffmangel. Normalerweise die Folge einer Unterbrechung des Blutkreislaufs.

Intrakraniell

Innerhalb der Schädelhöhle.

Invasive Methode

Eine Methode, bei der ein Eingriff in den Körper mit Hilfe eines fremden Objektes vorgenommen wird, z.B. ein Messer, ein Katheder oder eine Kanüle.

Ipsilateral

Die gleiche Seite betreffend.

Kleinhirn

Lat. Cerebellum. Eine Struktur in der hinteren Schädelgrube, die zuständig ist für die Koordination von Bewegungen, Gleichgewicht und Haltung.

Kognition

Die Fähigkeit, sich Ereignissen und Gegenständen in der Umgebung bewusst zu sein und die Fähigkeit, dieses Bewusstsein für Verständnis und Problemlösung zu nutzen.

Kontralateral

Die gegenüberliegende Seite betreffend.

Kortikal

Den Cortex betreffend.

Kraniotomie

Das Öffnen des Schädels, um Zugang zum Gehirn für einen chirurgischen Eingriff oder eine andere Behandlung zu bekommen.

Krebs

Eine Krankheit, die eine unkontrollierte Vermehrung von Zellen auslöst.

Läsion

Örtlich begrenzte krankhafte Veränderung des Gewebes.

Lateral

Anatomischer Begriff. An der Seite (im Gegensatz zur Mitte).

Lebensqualität

Der medizinische Begriff für die Fähigkeit eines Patienten, normale Aktivitäten auszuführen. Ohne gründliche Planung riskieren Neurochirurgen, die Lebensqualität eines Patienten wesentlich einzuschränken.

Lobus

Auch: Lappen. Einer von vier Teilen des Gehirns. Der Frontallappen enthält die präfrontalen, prämotorischen und motorischen Bereiche. Der präfrontale Cortex ist am Treffen von Entscheidungen und am Planen beteiligt; auβerdem hat er eine hemmende Funktion auf Impulse und Handlungen. Der Parietallappen gibt sensorische Informationen weiter wie auch Schmerzen. Der Temporallappen reguliert die Verarbeitung von Gehörtem, das Gedächtnis, physiologische Abläufe und die Stimmung. Im Occipitallappen werden visuelle Informationen verarbeitet.

Lokalisierung

Bei einer stereotaktischen Hirnoperation bezeichnet dies die genaue Position des Ziels im Hinblick auf die stereotaktischen Koordinaten.

Lokalisierung von Funktionen

Techniken zur Bestimmung spezifischer Bereiche im Gehirn, die für den Ursprung oder die Übermittlung bestimmter Funktionen zuständig sind.

Magnetoenzephalographie (MEG)

Die Magnetoenzephalographie (MEG) ist eine nicht-invasive Methode zum Messen der magnetischen Felder, die von kleinen elektrischen Strömen zwischen den Nervenzellen im Gehirn ausgehen. MEG liefert direkte Informationen über die Lage von Quellen neuronaler Aktivität im Gehirn und kann für ein funktionelles Mapping benutzt werden. In einem modernen MEG Gerät enthält ein mit flüssigem Helium gekühlter Helm mehr als 300 supraleitende Quanteninterferenzeinheiten. So können simultan Messungen an vielen Punkten des Kopfes vorgenommen werden. MEG Systeme werden normalerweise nur in der Forschung eingesetzt, da Untersuchungen viel Zeit in Anspruch nehmen und in abgeschirmten Räumen stattfinden müssen.

Magnetresonanztomographie (MRT)

Ein nicht-invasives, computergestütztes Diagnostikverfahren, das magnetische Felder zum Erstellen detaillierter struktureller Bilder des Körpers nutzt.

Maligne

Auch: bösartig. Maligne Tumore sind Krebsgeschwüre, die typischerweise schnell wachsen, sich aggressive ausbreiten und in das umgebende Gewebe eindringen.

Mapping

Die Bestimmung der wesentlichen Funktionen des Gehirns in Hinsicht auf die kortikale Anatomie des Gehirns. Mit dem NBS System kann ein nicht-invasives Mapping durchgeführt werden, das MR-Bilder nutzt, um die kortikale Anatomie darzustellen. Ein invasives Mapping kann nur nach einer Kraniotomie durchgeführt werden.

Metastase

Ein Krebsgeschwür, das sich von einem ursprünglichen Tumor kommend ausgebreitet hat.

Motorcortex

Der Teil des Gehirns, der zuständig ist für das Ausführen willentlicher Bewegungen des Körpers.

Motorisch evozierte Potentiale (MEP)

Elektrische Reaktion auf einen TMS Impuls in einem Muskel.

Motorische Schwelle

Die minimale Stärke des induzierten elektrischen Feldes, das bei TMS benötigt wird, um eine Muskelkontraktion auszulösen. Die motorische Schwelle variiert zwischen Personen deutlich und kann auch durch Erkrankungen des Gehirns beeinflußt werden. Wenn die motorische Schwelle eines Patienten bestimmt worden ist, wird sie benutzt, um die Stimulationsintensität bei einem NBS Mapping oder einer NBS Therapie einzustellen.

MRT

Siehe Magnetresonanztomographie

Navigation

Hier: Ortung des stimulierenden elektrischen Feldes durch die Reflektion unsichtbaren Infrarotlichtes von speziellen Tracker-Kugeln, die an einer dem Patienten aufgesetzten Brille und an der NBS-Spule angebracht sind.

NBS (Navigated Brain Stimulation)

Navigierte Hirnstimulation: Eine nicht-invasive Methode zum detaillierten Mapping der wesentlichen Hirnfunktionen. Mit Hilfe der MR-Bilder des gesamten Kopfes zur Navigation, transkranieller magnetischer Stimulation sowie Messung und Aufzeichnung der Reaktionen, kann ein NBS Mapping für die präoperative Planung eingesetzt werden. Unter Verwendung eines speziellen rTMS-Protokolls kann NBS auch für die Therapie benutzt werden (NBT).

Nervus trigeminus

Auch: Drillingsnerv. Der Hauptnerv für die Sinneswahrnehmung über das Gesicht; enthält auch motorische Anteile zur Kontrolle der Kaumuskulatur.

Neuroanatomie

Die Struktur des Nervensystems.

Neurochirurg

Ein Arzt, der spezialisiert ist auf Chirurgie des Gehirns, des Rückenmarks und der peripheren Nerven.

Neuron

Auch: Nervenzelle. Nervenzellen im Zentralnervensystem zeichnen sich durch lange faserige Fortsätze aus, die man Axone nennt, sowie durch kürzere ast-artige Fortsätze namens Dendriten. Nervenzellen empfangen Informationen von anderen Nervenzellen und geben Informationen an andere Nervenzellen weiter.

Neuronale Plastizität

Die Fähigkeit intakter Nervenzellen im Gehirn, neue Verknüpfungen zu bilden und hierdurch Funktionen beschädigter Zellen zu übernehmen. In der Regel resultiert neuronale Plastizität aus Lernprozessen, durch das Hinzufügen oder Entfernen neuronaler Verknüpfungen. Heutzutage nimmt man an, dass neuronale Plastizität die Rehabilitation von Funktionen nach einem Schlaganfall erklärt, ebenso wie die Neuansiedelung von Funktionen bei einem Tumor. Auch eine neurochirurgische Operation kann plastische Veränderungen auslösen.

Neurotransmitter

Neurotransmitter sind Chemikalien, die elektrische Signale zwischen einer Nervenzelle und einer anderen Zelle übertragen, verstärken und modulieren. Häufig auftretende Neurotransmitter sind Dopamin, Acetylcholin, Serotonin und Noradrenalin (auch: Norepinephrin).

Nicht-invasiv

Eine Methode, bei der kein Eingriff in den Körper stattfindet.

Occipitallappen

Einer der vier Lappen einer Gehirnhälfte.Im hinteren Teil des Gehirns gelegen. Der Occipitallappen ist primär verantwortlich für Funktionen, die mit dem Sehen zu tun haben, wie z.B. das Erkennen von Buchstaben.

Ödem

Eine exzessive Einlagerung von Flüssigkeit im Gewebe.

Onkologe

Ein Arzt, der auf die Behandlung von Krebserkrankungen spezialisiert ist.

Onkologie

Die Wissenschaft, die sich mit Krankheiten beschäftigt, die Krebs verursachen.

Parietallappen

Einer der vier Lappen einer Gehirnhälfte. Hinter dem Sulcus centralis gelegen. Der Parietallappen beinhaltet den somato-sensorischen Kortex und Bereiche für die Verarbeitung von Wahrnehmungen.

Pars anterior des Gyrus cinguli

Auch: Brodmann-Areal 24. Eine Komponente des limbischen Systems, die mit der Kontrolle motorischer Funktionen, Schmerzempfindung und kognitiven Funktionen in Verbindung gebracht wird.

Positronen-Emissions-Tomographie (PET)

Eine Technik, die Gehirnaktivität im Bild darstellt, nachdem eine radioaktiv markierte Substanz in den Blutkreislauf eingespritzt wurde.

Posterior

Hinten liegend, das Gegenteil von anterior.

Präfrontaler Cortex

Der vorderste Bereich des Frontallappens; wird in Verbindung gebracht mit komplexen Entscheidungsprozessen, Handlungssteuerung und Urteilsvermögen.

Prämotorische Rinde

Bereich des Kortex im Frontallappen, der für die Planung und Steuerung von Bewegung zuständig ist.

Primärer Visueller Cortex

Gelegen im Occipitallappen, empfängt dieser Teil des Gehirns über den Thalamus (Sehhügel) die ersten Informationen von den Augen.

Primär-motorische Rinde

Kortikaler Bereich im Frontallappen, der für die Produktion von Muskelkontraktionen zuständig ist.

Primär-sensible Areale

Bereich des Gehirns, der taktile (den Tastsinn betreffende) Informationen vom Körper empfängt.

Primärtumor

Die ursprüngliche Krebsgeschwulst.

Pyramidenzellen

Im Kortex gelegen. Die ersten Nervenzellen der motorischen Bahn, die im Muskel endet und diesen aktiviert.

Radiochirurgie

Mit dieser therapeutischen Technik kann ein umschriebener Gewebebereich „abgedampft", also zerstört werden, indem man eine hohe Dosis Strahlung in einer einzelnen Sitzung anwendet. Um Schaden am umgebenden Gewebe zu vermeiden, werden mehrere fokussierte, kollimierte Strahlen benutzt, die die Strahlung an einen einzelnen Punkt konzentrieren.

Region of interest (ROI)

Bereich von Interesse. Ein Bereich des Gehirns, der ausgewählt wird zum Testen, Untersuchen oder Behandeln.

Rehabilitation

Eine Therapie, die Patienten hilft, Fähigkeiten wieder neu zu lernen, die sie durch die Beschädigung eines Teils des Gehirns verloren haben.

Remission

Totales oder teilweises Verschwinden der Anzeichen und Symptome einer Krankheit.

Rendering

Darstellung von Objekten. Hier: Ein 3D-Modell des Gehirns auf Basis eines MRT Datensatzes des ganzen Kopfes, generiert von einem speziellen Computerprogramm.

Resektion

Entfernung von Gewebe oder Teilen eines Organs.

Rezidiv

Das Wiederauftreten einer Krankheit nach einer Zeit der Remission.

rTMS (repetitive Transkranielle Magnetstimulation)

Die wiederholte Anwendung von TMS auf den gleichen Bereich des Gehirns. rTMS kann die normalen Gehirnfunktionen stören. Eine kurze Anwendung ist harmlos und die Effekte sind nur vorübergehend. rTMS kann für ein Mapping der Sprachfunktionen genutzt werden. Längere rTMS-Sitzungen können einen therapeutischen Effekt auf das Gehirn haben.

Rückenmark

Ein groβes Bündel Nervenfasern, das von der Basis des Hirnstammes bis hinunter zum Steiβbein reicht. Das Rückenmark ist Teil des Zentralnervensystems. Die meisten seiner Nervenfasern dienen motorischen Funktionen oder der Sinneswahrnehmung.

Sagittalebene

Diese Ebene teilt das Gehirn in linke und rechte Hälfte.

Somatosensorischer Cortex

Verarbeitet die über die Sinnesorgane in Haut und Muskeln wahrgenommenen Informationen, ausgelöst durch Reize wie Berührung, Temperatur, Druck und Information über die Körperstellung.

SPECT

siehe Einzelphotonen-Emissionscomputertomographie

Sprachdominanz

Das Konzept, das eine der zwei Gehirnhälften die Entsprechung für die Sprachproduktion enthält. Die meisten Patienten, aber nicht alle, haben diese Dominanz in der linken Hemisphäre.

Spule

Eine elektromagnetische Spule besteht aus isoliertem Draht, der zur Spirale gedreht ist. So kann ein elektrischer Strom, der durch die Spule flieβt, ein magnetisches Feld auslösen. Eine moderne TMS-Spule hat die Form einer Acht für eine bessere Fokussierung (Doppelringspule).

Stereotaktisch

Betrifft die Lokalisierung eines Punktes im Gehirn über 3D-Koordinaten, kalibriert über äuβere Bezugspunkte.

Stereotaktische Hirnoperation

Ein chirurgisches Verfahren, bei dem die Läsion im Gehirn über das 3D-Bild einer MRT lokalisiert wird. Die 3D-Koordinaten der chirurgischen Instrumente werden dabei kontinuierlich in Bezug auf die Läsion verfolgt.

Stereotaktische Kamera

Ein optischer Infrarot-Tracker. Hier: Erlaubt eine präzise Navigation über die Tracker an der NBS Tracker-Brille, der Spule und des Digitalisierstifts.

Stereotaxie

Technik, mit der der Zielbereich im Gehirn über ein geometrisches Achsenkreuz lokalisiert wird.

Stimulus

Reiz. Plural: Stimuli. Ein Ereignis, das über die Sinnesorgane wahrgenommen wird. Bei TMS ist ein Stimulus ein einzelner magnetischer Puls.

Strahlung

Energie - umfasst Röntgenstrahlen, Gammastrahlen und Teilchenstrahlen.

Sulcus (Sulci)

Furche(n) in den Windungen des zerebralen Cortex.

Sulcus centralis

Die Zentralfurche, die den Frontal- und den Parietallappen voneinander trennt.

Supplementär-motorische Rinde

Kurz SMA von englisch: Supplementary Motor Area. Bereich des Kortex im Frontallappen, der an der Planung komplexer Bewegungen beteiligt ist.

Synapse

Die physische Struktur, die eine elektrochemische Verbindung zur Übertragung von Informationen zwischen Nervenzellen ermöglicht.

Telencephalon

Auch: Endhirn. Der gröβte Teil des Gehirns, bestehend aus zwei Hälften, auch Hemisphären genannt.

Temporallappen

Einer der vier Lappen einer Gehirnhälfte. Gelegen an der Seite, direkt vorderhalb des Occipitallappens. Enthält den auditiven Cortex, der für das Hören zuständig ist.

Tesla

Tesla (T) ist die Einheit für magnetische Flussdichte. Das Feld eines MRT-Gerätes ist typischerweise 1,5T oder 3T. Das stärkste Feld, das eine TMS-Spule erzeugt, ist typischerweise weniger als 1T.

Traktografie

siehe Diffusions-Tensor-Bildgebung (DTI)

Transkranielle Magnetische Stimulation (TMS)

Eine sichere, nicht-invasive Methode, bei der magnetische Felder schwache elektrische Felder in einem bestimmten Bereich des Gehirns erzeugen. TMS kann als einzelner Impuls oder als Sequenz von repetitiven Impulsen (rTMS) angewendet werden, zu diagnostischen oder therapeutischen Zwecken. NBS ist rTMS mit zusätzlicher Navigation - Informationen zur präzisen Lokalisierung des ausgelösten elektrischen Feldes und des Zielpunktes im Kortex.

Transversalebene

Auch: Axialebene. Teilt das Gehirn in obere (kraniale) und untere (kaudale) Hälfte.

Tumor

Gewebemasse, die durch neues Wachstum von Zellen entsteht. Die Masse kann gutartig oder bösartig sein.

Wachkraniotomie

Kraniotomie, bei der der Patient während der Operation wach ist. Dieses Verfahren wird eingesetzt, wenn Läsionen nah an eloquenten (funktionell wichtigen) Arealen des Gehirns liegen. Erlaubt das Testen der Hirnareale auf Funktionen sowie das kontinuierliche Überwachen der Hirnfunktionen während des Eingriffs.

Wernicke-Zentrum

Ein Bereich des linken Temporallappens, der wesentlich ist für das Verstehen von Sprache und die Verbindung von Wort und Bedeutung.

Wesentliche Funktion

Eine Funktion, die wesentlich ist für normale Aktivität. In der Neurochirurgie auch eloquente Funktion genannt.

Zentralnervensystem

Das Nervensystem, zu dem das Gehirn und das Rückenmark gehören.

Zerebral

Das Gehirn betreffend.